Region

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Edeka Rah

Familie Rah betreibt bereits seit dem 19. Jahrhundert einen Lebensmittelhandel in Greetsiel. 1884 wird das Kolonialwarengeschäft Rah eröffnet und 1928 von Gerhard Rah übernommen. Der genossenschaftlich organisierten EDEKA schließt sich die Familie von 1950 bis 1970 das erste Mal an. 1995 ­bauen die Brüder Johann und Helmut Rah ihren ersten Verbrauchermarkt. Nach einigen Jahrzehnten unter dem Dach der SPAR erfolgt 2008 die Rückkehr zur EDEKA. Heute arbeiten 35 Mitarbeiter im EDEKA Rah. Mit der Übernahme des EDEKA-Marktes setzen die beiden Söhne von Johann Rah die Familientradition fort. Wie EDEKA sind auch sie tief in der Region Ostfriesland verankert. Durch ihre enge Bindung zu ansässigen Produzenten können sich die Kunden über ein breites Angebot regional erzeugter Lebensmittel freuen.

Wir arbeiten mit hier ­ansässigen Produzenten eng ­zusammen … Die Transportwege sind kurz, davon profitieren ­Kunden und ­Hersteller gleichermaßen.

Helmut Rah

»An der Nordseeküste …«
– Heimathafen Greetsiel

Ostfriesen sind nicht dafür bekannt, dass sie das sprichwörtliche »Sabbelwasser« getrunken haben. Eher wortkarg, zurückhaltend und irgendwie auch ein wenig brummig sollen sie daherkommen. So weit, so klischeehaft. »Stimmt nicht«, sagt Johann Rah. »Für einen kleinen Schnack sind wir hier immer zu haben.« Und wen es an die Nordseeküste nach Krummhörn-Greetsiel zieht – sei es in den Urlaub, sei es dauerhaft –, der hätte es leicht, Anschluss unter den Einheimischen zu finden, versichert er.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Gebrüder Rah kontaktfreudig und aufgeschlossen sind. Schließlich arbeiten sie dort, wo andere Urlaub machen. Tag für Tag besuchen hunderte Menschen ihren Supermarkt in Greetsiel. Während der Saison, zwischen dem ­Osterfest und November, zählen Scharen von Touristen zu ihren Kunden.

»Im Sommer ist hier richtig was los«, erzählt Helmut Rah, verantwortlich für Fleischerei und Partyservice. Während die Neffen Christian und Eike Rah für den Kundenkontakt und die reibungslosen Abläufe »auf der Fläche« – das Tagesgeschäft im Markt – verantwortlich sind, kümmert sich ihr Vater Johann um alle technischen Belange sowie den Verwaltungs-Apparat. Die Brüder haben den Handel mit Lebensmitteln im Betrieb ihrer Eltern gelernt. Den Schritt in die Selbstständigkeit vollzogen sie 1985.

Eike Rah unterstützt seinen Bruder nicht nur auf der ­»Fläche« sondern kümmert sich auch um die Eisdiele am Hafen, die in einem ehemaligen Kolonialwarenladen untergebracht ist. Das Eis kommt übrigens auch aus Ostfriesland, von Bruno Gelato in Rhauderfehn.
Christian Rah sorgt als Marktleiter dafür, dass der frisch renovierte Markt auf Kurs bleibt.
Es ist uns ein Anliegen, dass wir die Familientradition fortsetzen. Deshalb sind wir auch sehr stolz darauf, dass sich Eike und Christian für unser ­Unternehmen engagieren.

Johann Rah

Die Unternehmensgeschichte beginnt bereits gut hundert Jahre zuvor, als der Urgroßvater von Helmut und Johann, ein Greetsieler Dorfschiffer, in der Region Zucker und Mehl verkauft. Der erste Kolonialwaren­laden entsteht. Zwischen 1950 und 1970 schließt sich die Familie das erste Mal der genossenschaftlich organisierten EDEKA an. Es folgen ein paar Jahrzehnte als selbstständige Kaufleute unter dem Dach der mittlerweile in die EDEKA aufgegangenen SPAR, bevor es vor zehn Jahren zurück zum EDEKA-Verbund geht. »Hier erhalten wir als Einzelhändler heute die Perspektiven, die für eine gesicherte Zukunft wichtig sind«, fasst Johann Rah zusammen.

Seine Söhne Eike und Christian setzen die Familientradition fort. Sie werden das Unternehmen, zu dem auch ein beliebtes Eiscafé direkt an der Greetsieler Hafenmauer gehört, einmal übernehmen. Und: »sie treffen schon heute ihre eigenen unternehmerischen Entscheidungen für unsere Firma«, berichtet der passionierte Segler. Viele Mitarbeiter sind bereits seit zwanzig oder dreißig Jahren – und somit länger als die Junior-Rahs – im EDEKA-Markt Rah beschäftigt. Das zeigt, wie wichtig für Familie Rah das Wohl der Mitarbeiter ist. Ohne sie könnten die Rahs die Familientradition nicht fortsetzen.

Weitere Infos zur Logistik/IT im Geschäftsbericht 2016

Gelebte Regionalität

So eng verbunden Helmut und Johann Rah mit ihrer beruflichen Heimat, der EDEKA Minden-Hannover, sind, so sehr verankert sind die Brüder mit ihrem direkten Umfeld: Ostfriesland, dem Niedersächsischen Nationalpark Wattenmeer und ihrem Heimathafen Greetsiel.

Man engagiert sich beispielsweise in der »Interessengemeinschaft zur Förderung Greetsiel«, in der vor Ort angesiedelte Geschäftsleute zusammenarbeiten, für Kunstprojekte im Deichvorland. Oder setzt sich anhand großzügiger Spenden für den Erhalt von Kulturgütern wie der Greetsieler Mühle ein. Die Rahs unterstützen außerdem die Initiative »Pott up Füer« des Förderkreises Arche im ostfriesischen Visquard. Senioren essen hier regelmäßig gemeinsam zu Mittag. Und Johann Rah pflegt lokales Brauchtum. Er schmettert gerne Seemannslieder in seinem Shanty-Chor, den »Freibeutern«. »Das alles ist für uns selbstverständlich«, ordnet es der über 60-Jährige ein, »so funktioniert Gemeinschaft hier bei uns an der Küste«.

Für einen Schnack mit Mutter Ilona bei einer Tasse Tee ist zwischendurch immer mal Zeit, gerne auch im markt­eigenen Café.
Wir Ostfriesen lieben unseren Tee – das ist Heimatgefühl pur.

Helmut Rah

Wir leben Regionalität nicht nur in unserem Markt, sondern auch in jeder freien ­Minute. Auf dem Deich neben dem Pilsumer Leuchtturm ­genießen wir bei Wind und Wetter die Weite des Wattenmeeres. Greetsiel ist unsere Heimat.

Helmut Rah

Bei Wein Wolff in Leer, einem in siebter Generation geführten Spirituosenhandel, wird nicht nur der »Kommodenlack« abgefüllt, sondern auch Rahs Weinedition »Greetsmer«. Die Etikettengestaltung stammt von Helmuts Tochter Helke.

Im Supermarkt der beiden Brüder in der Ankerstraße 1 spielen zudem regional erzeugte Lebensmittel eine bedeutende Rolle bei der Sortimentsgestaltung. Angefangen bei frischen Artikeln wie Käse vom Hofladen in Pilsum bis hin zu Wurstwaren aus dem Moormerland. Und natürlich lassen sich die Menschen gerne Greetsieler Nordseekrabben schmecken. Auch Kartoffeln aus der Ferienregion oder kultige Ostfriesen-Tees dürfen in den Regalen der Rahs nicht fehlen. »Wir ­arbeiten mit zahlreichen hier ansässigen Produzenten eng zusammen«, berichtet Helmuth Rah, »zum Beispiel aus Aurich, Emden, Norddeich, Leer und Werdum. Die Transportwege sind kurz, davon profitieren Kunden und Hersteller gleichermaßen«.

Unter dem Motto »Bestes aus unserer Region« findet man bei EDEKA­ zahlreiche regionale und saisonale Produkte in einem Radius von 30 Kilometern um einen Markt. Diese haben kürzere Transportwege und vermindern so den Energie- und Rohstoffverbrauch. Durch den Verkauf regionaler Lebensmittel unterstützt die EDEKA Minden-Hannover die Erzeuger von nebenan sowie die lokale Landwirtschaft. Dadurch werden Arbeitsplätze vor Ort erhalten und gegebenfalls geschaffen. »Bestes aus unserer Region« meint aber nicht nur die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten. Auch die selbstständigen Kaufleute sind in ihrer jeweiligen Region tief verwurzelt und engagieren sich auf vielfältige Weise gesellschaftlich in ihren Gemeinden.

Ob Wurst aus dem nahen Moormerland, …
Mattjes aus dem 20km entferten Emden ...
… oder Käse aus dem Hofladen in Pilsum – die Rahs setzen auf regionale Erzeuger und ihre Produkte.
Zusammen mit dem regionalen Einkauf haben wir schon zahlreiche tolle Produkte entdeckt und in unseren Markt gebracht. Damit unterscheiden wir uns deutlich von unseren Mitbewerbern und das wissen ­unsere Kunden zu schätzen.

Johan Rah

Ökologisch wertvolle Ostfriesenmischung

Damit die vielfältige Lebensmittelauswahl im Greetsieler EDEKA-Markt weiter angemessen in Szene gesetzt wird, investierten die Rah Brüder jüngst in ihren Standort. Die EDEKA-Verkaufsfläche wurde von rund 1.196 auf aktuell 1.641 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitert.

»Uns ist darüber hinaus die Energieeffizienz im Markt wichtig. Energie lässt sich nur sparen, wenn wir unseren Verbrauch senken«, erklärt Johann Rah. »Vergeuden geht gar nicht!« Sein umwelt- und ressourcenschonendes Konzept beinhaltet eine mit CO2-betriebene Kühlanlage und Türen vor den Kühlregalen, sowie Glasdeckel auf den Tiefkühltruhen. »So beläuft sich unser Energieverbrauch jedes Jahr auf 310.000 Kilowattstunden.

Das sind 170.000 Kilowattstunden weniger als in einem EDEKA-Markt, der keine energiesparenden Maßnahmen betreibt«, freut sich Rah. »Sämtliche Umbaumaßnahmen wurden im Frühjahr 2018 zum Abschluss gebracht.« Hinzu kommt erneuerbare Sonnenenergie, die durch die hauseigene Photovoltaik auf dem Dach eingespeist wird.

Und scheint die Sonne einmal nicht in Greetsiel, dann wird es sich in der guten Stube gemütlich gemacht – mit »Sabbelwasser« natürlich, einem exklusiv für die Gebrüder Rah abgefüllten Kräuterlikör. Der steht in ihrem Markt übrigens gleich neben dem »Kommodenlack«, einem weiteren Hochprozentigen aus Leer.