Produktion

Massive Herausforderungen für die Produktionssparte.

Ein weiterhin leicht rückläufiger Fleischkonsum und uneinheitliche Sortimentsbewegungen in Deutschland, eine nach wie vor unter starkem Kostendruck stehende Backwarenbranche sowie strenge Fischereiquoten – die Rahmenbedingungen für die Produktionsbetriebe der EDEKA Minden-Hannover blieben auch 2020 eine Herausforderung. Die Corona-Pandemie verschärft die jeweilige Marktsituation zusätzlich.

Bauerngut behauptet sich stark

Die gute Nachricht zuerst: Dank eines ansehnlichen Umsatzanstiegs von 7,0 Prozent erwirtschaftete die Bauerngut Fleisch- und Wurstwaren GmbH im zurückliegenden Geschäftsjahr ein Gesamtvolumen von ca. 692 Millionen Euro. Überdurchschnittliche Zuwächse verzeichneten die Groß- und Einzelhandelsstufen, während die Nachfrage im Gastro- und Großküchensegment aufgrund der beiden Lockdowns im Frühjahr und zum Jahresende gegenüber 2019 spürbar einbrach.

Auf Verbraucherseite fragten die EDEKA-Kunden im Ausnahmejahr 2020 verstärkt verpackte Fleisch- und Wurstartikel aus den Selbstbedienungsregalen sowie Fleischkonserven nach. Außerdem machten Bio-Produkte mit Blick auf ihre Absatz- und Umsatzzahlen regelrechte Sprünge, mit einem Plus von jeweils um die 49 Prozent. Dabei war ein ausgeprägtes Augenmerk auf artgerechter Tierhaltung erneut klar nachvollziehbar. Die nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln sowie deren regionale Herkunft spielt auch im Fleisch- und Wurstbereich weiter eine wichtige Rolle für die Konsumenten. Und diese sind bereit, hierfür in den Supermärkten auch höhere Ladenpreise zu bezahlen. Die andauernde Corona-Pandemie »verändert auch den Ernährungsalltag der Deutschen«, wie es der Ernährungsreport 2020 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft formuliert.

Herzhafte Vielfalt – und dabei immer auf die Wünsche der Kunden achten.

Strenges Sicherheits- und Hygienekonzept greift – die AHA+L+C-Formel als Schutz vor Ansteckung

Das Corona-Infektionsgeschehen löste im Sommer 2020 grundlegende Veränderungen in der fleischverarbeitenden Industrie aus: Im Verlauf des Jahres sorgte die temporäre Schließung verschiedener Schlacht- und Zerlege-Betriebe für Aufsehen. Infolgedessen rückten die Arbeitsbedingungen innerhalb der Branche und der Gesundheitsschutz der Beschäftigten sowie die in diesem Marktsegment genutzten Werkverträge zusehends in das Interesse der Öffentlichkeit. Bauerngut vergibt Verträge dieser Art nur in seltenen Fällen an Drittfirmen. Und dank ihres bereits seit Jahren strengen und in der aktuellen Situation noch einmal angepassten Sicherheits- und Hygienekonzepts wurden in den Bauerngut-Produktionsstätten bis zum Ende des Berichtsjahres nur vereinzelte Infektionen durch regelmäßige Testungen festgestellt. Diese Infektionen waren auf private Kontakte zurückzuführen und sofortige Quarantänemaßnahmen konnten weitere Ansteckungen verhindern. Die gute Zusammenarbeit mit den Behörden und wöchentliche Tests durch das DRK in Kombination mit Schnelltests durch den Betriebsarzt haben sich bemerkbar gemacht ebenso wie eine höhere Luftumwälzung und ein HEPA-Filtersystem im Produktionsbereich, konsequentes Tragen von Mund- und Nasenschutz und zusätzliche Desinfektionen im Prozess und in den Sozialbereichen. Regelmäßige Informationen im gesamten Unternehmen wurden erweitert und neue Maßnahmen kurzfristig umgesetzt.

Eine weitere Herausforderung stellt gegenwärtig die in Europa erneut auftretende Afrikanische Schweinepest dar. Ihre konkreten Folgen werden sich erst im weiteren Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres abschätzen lassen. Sicher ist: Beide Faktoren beeinflussen die Branche massiv.

Gesellschafter geben Grünes Licht für Logistik-Zentrum

Für das Produktionswerk in Bückeburg plant Fleisch- und Wurstwarenproduzent Bauerngut derzeit die Errichtung eines neuen Logistik-Drehkreuzes. Im Frühjahr vergangenen Jahres fiel die Entscheidung der Gesellschafter, auf über 52.000 Quadratmetern das Warenlager für die Belieferung des EDEKA-Einzelhandels zu bauen. Neben den Fleisch- und Wurstwarensortimenten werden hier zukünftig auch Produkte wie Salate und Thekengewürze integriert. Aktuell läuft die Abstimmung mit Architekten und lokalen Behörden.

Das angepasste Sicherheits- und Hygienekonzept für Bauerngut-Standorte greift.

Strom- und Gasverbrauch auf Vorjahresniveau

Der absolute Energieverbrauch am Standort Bückeburg hat sich im Vorjahresvergleich insgesamt um etwa 1,2 Prozent erhöht (Strom: +2,7 Prozent, Gas: -1,5 Prozent). Der Mehrverbrauch an Energie entstand im Wesentlichen durch die Steigerung der Produktionsmengen sowie durch die Erweiterung der Kälteanlage. Der reduzierte Gasverbrauch ist auf die Optimierung der Rauch- und Kochanlagen zurückzuführen. Am Produktionsstandort in Könnern sank der absolute Energieverbrauch 2020 hingegen um etwa 0,6 Prozent (Strom: -2,9 Prozent, Gas: +2,3 Prozent). Das geringe Plus beim Gasverbrauch basiert ebenfalls auf der Steigerung der Produktionsmengen im vergangenen Jahr, während die Einsparungen beim Stromverbrauch unter anderem auf den Witterungsbedingungen bzw. durchschnittlich kühleren Außentemperaturen beruhen. Damit verringerte sich die Kälteleistung vor Ort. Hinzu kamen verschiedene Umstellungen auf LED-Beleuchtung sowie der Einsatz effizienterer Raumluftkühler im Bereich der Produktion.

»EDEKA Bio« für die Frischetheken

Im Zuge der COVID-19-Pandemie gewinnt die Haltungsform von Nutztieren für die Verbraucher weiter an Bedeutung. Davon profitiert auch das Bio-Segment. Bereits zum Start ins Jahr 2020 und passend zum anhaltenden Bio-Trend führte Bauerngut die Marke »EDEKA Bio« für Frischfleischprodukte an den Bedientheken ein. Binnen Jahresfrist wurden bereits 143 EDEKA-Märkte im Absatzgebiet mit dem Thekensortiment für Schweinefleisch- und Rindfleischartikel beliefert. Flankierend dazu startete eine großangelegte Kampagne für das neue Sortiment. Jeder EDEKA-Markt erhielt umfangreiche Werbemittel. Das Motto: »Eine Frage der Haltung: EDEKA Bio.« Zugleich trieb Bauerngut die Sortimentserweiterung von »EDEKA Bio« Konserven- und Frischpackartikeln für SB-Fleisch und -Wurst voran. Die 2020 eingeführte Produktrange verzeichnete zum Start in den Markt eine sehr gute Umsatzentwicklung.

Wissen, was gut und nachhaltig ist: immer mehr Bio-Spezialitäten an den Frischetheken.
Mit Einführung der Marke »EDEKA Bio«weitet Bauerngut das Angebot an Frischfleischprodukten aus höheren Haltungsstufen aus.

»Bauerngut Landleben« – Haltung, bitte!

Im Oktober brachte Bauerngut die regionale Eigenmarke »Bauerngut Landleben« in die SB-Regale der EDEKA-Märkte. Für die Produktrange wird ausschließlich Schweinefleisch von Tieren vermarktet, welches der Haltungsform 3 entspricht, also über mindestens 40 Prozent mehr Stallplatz verfügt. Zudem müssen die Schweine Außen-

klimareize erhalten. Darüber hinaus ist Spielzeug aus natürlichen Materialien sowie ein mit Stroh eingestreuter Stall zwingend. Neben artgerechterer Haltung setzt die EDEKA-Tochter bei den Verpackungen von »Bauerngut Landleben« auf umweltfreundlichere Alternativen: Sie kommen mit einem Drittel weniger Kunststoff aus.

Schäfer’s-Produktion entwickelt sich stabil

Im Segment für Backwaren führte die Corona-Pandemie ebenfalls zu weitreichenden Veränderungen. Insbesondere zu Beginn stellten stark schwankende Absatzmengen die Backwarenproduktion vor neue Herausforderungen. Im Zuge des ersten Lockdowns zwischen März und Mai 2020 wandelte sich das Konsumverhalten der Verbraucher spürbar. Die Kundenfrequenz an den Backwaren-Bedientheken und in den SB-Marktbäckereien ging spürbar zurück. Somit wurden tagesfrische Backwaren deutlich weniger nachgefragt - die Einschränkung bzw. Schließung der Sitzbereiche verstärkte dies noch. Verpackte Backwaren hingegen, insbesondere aus SB-Regalen, sowie tiefgekühlte Produkte rückten in den Vordergrund. Trotz leichter Erholung des Bedientheken-Geschäfts sowie bei den SB-Marktbäckereien bis Ende Oktober waren ab November, im Verlauf des zweiten Lockdowns, vergleichbar negative Absatz-Entwicklungen festzustellen.

Verpackte Backwaren hingegen, insbesondere aus SB-Regalen, sowie tiefgekühlte Produkte rückten in den Vordergrund.

Der Backwarenumsatz der Schäfer’s-Produktionsgesellschaften entwickelte sich in der Gesamtbetrachtung aber nahezu stabil. Er belief sich 2020 auf 151 Millionen Euro, ein leichter Rückgang von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bereits zu Beginn der Pandemie hatte die Backwarentochter der EDEKA Minden-Hannover den sich abzeichnenden Trend zu verpackter Ware erkannt und das Sortiment verpackter Brötchen und Kuchen – insbesondere für die SB-Marktbäckereien – deutlich ausgeweitet. Zudem wurden die Verpackungen optimiert und damit die Produktsicherheit erhöht und die Frische verbessert. Durch die eigene Produktion der Brotmengen für die SB-Marktbäckereien, die zuvor durch den Wettbewerb geliefert wurden, sowie durch konsequentes Kostenmanagement in der Backwaren-Produktion und -Logistik konnten Umsatzverluste zu großen Teilen kompensiert werden.

Ein Schwerpunkt lag auf der Neuentwicklung von Produkten: die Laugenecke, das Kartoffelbrötchen, der Marmorkuchen oder der Berliner Himbeer-Glitter

Gezielte Impulse im Backwarensortiment

Das Erreichen der vollen Leistungsfähigkeit im Schäfer’s-Werk in Lehrte trug im zurückliegenden Geschäftsjahr ebenfalls dazu bei, dass sich die Backwarensparte gut im weiterhin umkämpften Wettbewerb behaupten konnte. Mit optimierten Prozessen und Verpackungen konnte eine verbesserte Frische erreicht werden, die Brot- und Kuchenmengen und daran geknüpft die Warendistribution für SB-Marktbäckereien wurde deutlich erhöht.

Ein weiterer Schwerpunkt des vergangenen Jahres lag auf der Neuentwicklung von mehr als 30 Produkten aus allen Warengruppen (Brot, Brötchen, Kuchen/ Gebäck). So wurden beispielsweise neue Artikel wie die Laugenecke, das Kartoffelbrötchen, der Marmorkuchen oder auch der Berliner Himbeer-Glitter erfolgreich im Sortiment gelistet, um zusätzliche Kaufimpulse bei tagesfrischen Kuchen und Gebäcken zu setzen sowie bestehende Wettbewerbsartikel im Bereich Tiefkühl-Brötchen abzulösen.

Innere Werte und noch bessere Tiefkühl-Brötchen machen im Wettbewerb den Unterschied.

Parallel dazu startete Schäfer’s verschiedene Projekte mit dem Ziel, das Dienstleistungsangebot für die Einzelhandelsstandorte im Absatzgebiet der EDEKA Minden-Hannover stetig zu optimieren. So werden im Rahmen der Sortimentsoptimierung die Sortimentswechsel jetzt effizienter gestaltet und Top-Artikel rücken stärker in den Fokus der Verbraucher, wovon die Warenpräsentation insgesamt profitiert.

Zudem zielt die automatische Bestellprognose darauf ab, potenzielle Regallücken sowie Retouren und Abschriften zu reduzieren. Und das bei gleichzeitig geringerem Aufwand für die Disposition im Einzelhandel. Auf Basis erfolgreicher Testläufe in beiden Projekten wird im laufenden Geschäftsjahr mit der flächendeckenden Umsetzung der Sortimentsoptimierungen sowie der Vorbereitung der Umsetzung der automatisierten Bestellprognose gestartet.

Prozesskette wird insgesamt transparenter …

Mit Einführung des mobilen Personal Digital Assistant (PDA) für Lkw-Fahrer in der Schäfer’s-Logistik werden seit dem vergangenen Geschäftsjahr die Bewegungen verschiedener Transportmittel wie beispielsweise Stikkenwagen mit Backwarenblechen oder Brotkörben systemisch abgebildet. Durch diese schon von der EDEKA-Logistik bekannte Lösung erhöhen sich sowohl die Prozesssicherheit als auch die Transparenz der Abläufe deutlich.

Flankierend dazu wurde auf Grundlage einer erfolgreichen Konzeption im IT-Bereich die Einführung von »Backpro« bis Ende 2022 beschlossen. Dabei handelt es sich um ein neues, ganzheitlich angelegtes Warenwirtschaftssystem, das die Leistungsfähigkeit und Transparenz innerhalb der gesamten Schäfer’s-Prozesskette erhöhen und zugleich die Kosteneffizienz weiter steigern wird.

… und immer nachhaltiger!

Der Standort Osterweddingen II wurde im November 2020 nach den RSPO-Richtlinien (Roundtable on Sustainable Palm Oil) für den Einsatz nachhaltigen Palmöls zertifiziert. Die Zertifizierung für das Lieferkettenmodell »Segregated« stellt sicher, dass das in den Produkten verarbeitete Palmöl aus einer Lieferkette stammt, die zu 100 Prozent RSPO-zertifiziert ist.

Energiemanagement weiterentwickelt

Ende November 2020 stellten die Schäfer’s-Produktionsbetriebe ihr Energiemanagement von der Norm ISO 50001:2011 auf ISO 50001:2018 Higher Level um. Am Produktionsstandort Osterweddingen II wurde darüber hinaus die Einführung des Lastmanagements erfolgreich abgeschlossen. Durch Verringerung von Lastspitzen um mindestens 20 Prozent konnten Netzentgelte eingespart und dadurch die Gesamtstromkosten reduziert werden. Weitere Optimierungsmaßnahmen wie beispielsweise die Temperaturerhöhung im Tiefkühllager sorgten dafür, dass insgesamt 1.675 kWh eingespart wurden, das entspricht dem CO2-Äquivalent von 671 Kilogramm pro Woche. Zugleich konnte der Wirkungsgrad der bereits 2017 installierten Anlage zur Wärmerückgewinnung durch Verbesserungen in der Steuerung um 25 Prozent gesteigert werden. Durch die Anpassung von Verpackungseinheiten sowie die Optimierung von Reinigungs- und Rüstzeiten reduzierten sich im Berichtsjahr zudem die Produktionsabfälle, bezogen auf die produzierte Menge, noch einmal deutlich (-60,8 Prozent).

Verbrauchertrends fest im Blick

Sicher ist: Der Trend zu verpackter Ware wird im laufenden Geschäftsjahr anhalten. Vor diesem Hintergrund investiert die Schäfer’s-Produktion in zusätzliche Verpackungsanlagen. Diese Entwicklung macht sich auch in der Gestaltung des Sortiments bemerkbar: Das Angebot an vorverpackten, halbgebackenen Brötchen für die SB-Marktbäckereien sowie der neu zu erschließende Vertriebskanal Tiefkühltruhe wird ausgebaut. Hinzu kommt verpackter frischer Kuchen, dessen Verfügbarkeit erweitert und die Verpackungen sowie die Frischhaltung weiter optimiert werden.

Im Logistik-Bereich nimmt das Projekt Anlieferzeitfenster eine zentrale Rolle ein. Ziel ist die Flexibilisierung der Tourenplanung durch Öffnung der Anlieferzeitfenster insbesondere in die Nacht hinein.

Der 2020 temporär stillgelegte Standort Osterweddingen I wird im laufenden Geschäftsjahr zur Produktionsstätte für Bio-Brötchen, -Brote und -Baguettes umgebaut. Damit geht die Schäfer’s-Produktion verstärkt auch auf die Verbrauchertrends zu nachhaltigeren Lebensstilen und ausgewogener Ernährung ein. Bereits ab 2022 sollen alle Backwaren-Vertriebskanäle mit hochwertigen Bio-Backwaren beliefert werden. Schon jetzt bietet Schäfer’s hochwertige Bio-Produke in 131 Schäfer’s-Filialen, 227 EDEKA-Märkten, 94 EDEKA Centern und 25 MARKTKAUF-Häusern von externen Lieferanten an. Insgesamt gewinnt der Themenkomplex »Nachhaltigkeit« für Schäfer’s immer stärker an Bedeutung. Somit zahlt auch die Schäfer’s-Produktion auf das Jahresmotto der EDEKA Minden-Hannover »Wir & Jetzt für mehr Nachhaltigkeit« ein

Wir schaffen zusätzliche Kaufimpulse dank tagesfrischem Kuchen und Gebäck.

Neues Konzept: DANIELS by SCHÄFERS

DANIELS Genussstationen mit bester Schäfer’s-Qualität und exklusivem Bio-Kaffee.

Die Vertriebsgesellschaft Schäfer‘s Brot und Kuchen entwickelte im vergangenen Geschäftsjahr ein neues Konzept, das die Stärken und Erfahrungen aus den Schäfer‘s-Fachgeschäften mit einem hohen Anteil an Gastronomie kombiniert. Ganz neu dabei ist das zusätzliche Angebot eines Drive-in-Schalters, das am Standort Bitterfeld umgesetzt wurde – gerade vor dem Hintergrund von Kontaktbeschränkungen und Lockdown wurde dieser Service sehr gut angenommen. Ein Highlight aus dem Sortiment der Genussstation ist der eigens entwickelte DANIELS-Kaffee in 100-prozentiger FairTrade- und Bio-Qualität. Die handwerkliche Zubereitung am Siebträger rundet das Konzept ab.

DANIELS BY SCHÄFERS ging erstmals im Dezember 2020 mit dem Standort in Bitterfeld an den Start. Kurz darauf folgte Anfang Januar 2021 bereits die zweite Genussstation nach diesem Konzept in Hannover-Wettbergen. Beide DANIELS-Geschäfte sind sogenannte »Freestander«-Standorte an stark befahrenen Verkehrsknotenpunkten. Namensgeber für das neue Kaffeehaus-Konzept ist übrigens Daniel Rennekamp, der Begründer von Schäfer‘s Brot und Kuchen. Dieser hatte 1898 in Porta Westfalica-Kleinenbremen nicht nur eine Bäckerei eröffnet, er schuf auch einen Treffpunkt im Ort. Wer wollte, konnte damals seinen Brot- und Kuchenteig dorthin mitbringen und backen lassen.

Hagenah wächst im Ausnahmejahr weiter

Für die Hamburger Fischwerker von Hagenah entwickelte sich 2020 zu einem ambivalenten Geschäftsjahr mit starken, coronabedingten Marktverschiebungen. Einerseits verbuchte das Gastro-Gewerbe mit seinen Restaurants, Hotels und Kantinen deutliche Minderumsätze von bis zu 50 Prozent. Die Umsatzsituation blieb während des gesamten Jahresverlaufs unsicher. Denn die beiden Lockdownphasen im Frühjahr und ab November trafen die Branche hart und machten es für die Betreiber enorm schwer, ihre Besucherauslastung und damit auch ihr Frischfisch-Angebot zu planen. Die Sortimente wurden zu einem guten Teil mit TK-Ware angepasst. Andererseits generierte insbesondere die Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels spürbar höhere Umsätze. Der »Urlaub zu Hause« bzw. in Deutschland führte ab Jahresmitte zu weiteren Umsatzsteigerungen.

Positive Entwicklungen an den Fischtheken des Lebensmitteleinzelhandels

Die EDEKA-Tochtergesellschaft Hagenah erreichte unter diesen erschwerten Rahmenbedingungen ihre Umsatzziele: Das Unternehmen erwirtschaftete 2020 ein Umsatzvolumen von 22,3 Millionen Euro – ein Plus von 34,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zugleich wuchs die verarbeitete Menge an Fisch im selben Zeitraum von 29 auf ca. 40 Tonnen pro Woche. Die positive Geschäftsentwicklung dokumentierte sich insbesondere in der Steigerung der Absatz- und Umsatzzahlen im Lebensmitteleinzelhandel der EDEKA Minden-Hannover: Die Bezugsquote der Fisch-Bedientheken bei Hagenah wuchs im Laufe des Jahres von 30 auf über 50 Prozent.

Mit starker Marke nachhaltig in die Zukunft

Mit Entwicklung und erfolgreicher Einführung seines neuen Shop- und Produktmarken-Konzepts »die fischwerker – seit 1892« im Einzelhandel hat der Hamburger Fisch-Spezialist Hagenah seine Sortimentsweichen auf Zukunft gestellt. Im Fokus des neuen Markenkonzepts stehen die vier Alleinstellungsmerkmale »Tradition«, »Handwerk«, »Nachhaltigkeit« und »Kompetenz«. Als ältester Fischhändler Deutschlands mit der längsten Fischtheke im eigens betriebenen Fachhandel und angeschlossenem Bistro kann Hagenah auf eine langjährige Tradition zurückblicken. Im Hamburger Produktionswerk wird nach wie vor großer Wert auf handwerkliche Fisch-Produktion gelegt – mit unternehmenseigener Räucherei sowie unverändert durchgeführter Handfiletierung von z.B. Lachs. Stufenübergreifend weitergegeben wird die langjährige Expertise im Fisch-Fachhandel durch das neuentwickelte Schulungskonzept für Mitarbeiter im Einzelhandel und in der Produktion.

Zur Sicherstellung des hohen Qualitätsversprechens werden alle Hagenah-Produkte bereits bei der Beschaffung sorgfältig ausgewählt. Dabei nimmt Nachhaltigkeit für Hagenah einen hohen Stellenwert ein. Zur Förderung nachhaltiger Fischerei werden – sofern verfügbar – Produkte mit MSC (Marine Stewardship Council)- oder ASC (Aquaculture Stewardship Council)- Zertifizierung verwendet. Im Rahmen des aktuellen Jahresmottos der EDEKA Minden-Hannover wird Hagenah seine Nachhaltigkeitsaktivitäten ebenfalls weiter vorantreiben.

»Nu aber ma Hagenah bei die Fische«: das neue »die fischwerker«- Thekenkonzept.

»fischwerker«-Theken kommen

Das neue Shopmarken-Konzept »die fischwerker – seit 1892« wurde 2020 in sieben Pilot-Märkten erfolgreich eingeführt. Dazu gehören das EDEKA Center Brehm in Berlin sowie das EDEKA Center Weserpark in Bremen. Hier können EDEKA-Kunden die Hagenah-Fisch-Qualität an der eigens gestalteten »fischwerker«-Theke erleben. Damit wird das echte Fisch-Handwerk vom Hamburger Fischmarkt in die Märkte der EDEKA Minden-Hannover gebracht. Die »fischwerker« überzeugen vor Ort mit Fachkompetenz und authentischem Auftritt. Nach erfolgreicher Testphase erfolgt im aktuellen Geschäftsjahr – je nach den individuellen Marktgegebenheiten vor Ort – Schritt für Schritt der Rollout des Shop- oder Produktmarken-Konzepts im Absatzgebiet.

Auf dem Weg zur zentralen Fischplattform

Einen weiteren Ausbau des Dienstleistungsangebots für den EDEKA-Einzelhandel stellt die Fischplattform dar. Das bedeutet, ab Mitte 2021 können alle Kaufleute und Marktleiter der EDEKA Minden-Hannover sämtliche Sortimente für ihre Fischtheken über den Hagenah-/EDEKA-Großhandel beziehen. Passend dazu stand abseits der Pandemie das abgelaufene Geschäftsjahr für die Hagenah-Fischwerker im Zeichen umfassender Restrukturierungsmaßnahmen. Geprägt von mehreren Teilprojekten trieb das Hagenah-Team den Umbau des Unternehmens zur Fischplattform der EDEKA Minden-Hannover voran. Im Fokus: mehr Vielfalt und handwerklich verarbeitete Produkte für die Bedientheken des gesamten Absatzgebiets. Umfangreiche Baumaßnahmen zur Kapazitätssteigerung begleiteten die Umstrukturierung. Der erste Bauabschnitt wurde Ende des Jahres fertiggestellt, Bauabschnitt zwei wird im Sommer 2021 planmäßig folgen.

Verbraucherorientierte Maßnahmen wie Rezeptkarten, der »Fisch des Monats« und das quartalsweise erscheinende »fischwerker Schnack«-Magazin
Umbau von Hagenah zur Fischplattform der EDEKA Minden-Hannover läuft auf Hochtouren.

Parallel dazu wurde die Effizienz der Produktionsprozesse weiter optimiert – und das unter vollem Produktionsdruck. Dazu zählte beispielsweise die Umstellung der Frischfisch-Warenausgangslogistik für die Berliner EDEKA-Märkte. In einem sogenannten Beistell-Prozess mit der EDEKA-Logistik im Lager Freienbrink konnte eine deutliche Absenkung der Logistikkosten bei gleichzeitiger Steigerung der Kundenzufriedenheit unter den EDEKA-Kaufleuten erreicht werden. Hierbei stellen die Fischwerker von Hagenah ihre Produkte komplett versandfertig in Hygiene-Rollbehältern für die Märkte zusammen. Am Standort Freienbrink angeliefert, werden die Behälter direkt der jeweiligen Tour nach Berlin zugeordnet. Die übrigen Regionen werden über eine leistungsfähige Direkt-Logistik ab Hamburg beliefert und in Abhängigkeit des Volumens perspektivisch auch auf die EDEKA Logistik-Lösung umgestellt. Ebenfalls im Jahr 2020 wurde seitens des Hagenah-Qualitätsmanagements die Re-Zertifizierung nach IFS Food Standard auf höherem Niveau realisiert.

die Fischwerker von Hagenah bieten eine große Vielfalt und handwerklich verarbeitete Produkte für die Bedientheken der EDEKA Minden-Hannover