Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmenskultur.

Was macht zukunftsorientierten Handel aus? Worauf legen die Verbraucher Wert? Und wie lassen sich natürliche Ressourcen langfristig erhalten? Die EDEKA Minden-Hannover gestaltet ihr Geschäftsmodell Schritt für Schritt verantwortungsvoller und liefert so kontinuierlich Antworten, um den Herausforderungen unserer Zeit adäquat zu begegnen. Eine durchdachte Strategie, klare Strukturen und realistisch gesetzte Meilensteine helfen dem Unternehmensverbund heute dabei, seine Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Tag für Tag entwickeln die Mitarbeiter der EDEKA Minden-Hannover Ideen und Strategien, wie der führende Unternehmensverbund des Lebensmitteleinzelhandels im Einzugsgebiet noch nachhaltiger, noch verantwortungsvoller und effizienter arbeiten kann. Im Hinblick auf die Umwelt. Im Hinblick auf das soziale Gefüge seiner Kunden und Mitarbeiter. Und natürlich im Hinblick auf sein Kerngeschäft. Es ist sein genossenschaftliches Organisationsmodell, das dem langfristigen ökonomischen Erfolg zugrunde liegt und darüber hinaus gesellschaftliche und ökologische Verantwortung kontinuierlich fördert.

Grundlage ist ein bereits seit 100 Jahren währender Generationenvertrag – eine Generation übernimmt automatisch Verantwortung für Folgegenerationen. Dieses systemimmanente Solidarprinzip ist gelebte Praxis und somit fester Bestandteil der Unternehmensstrategie

1.000 neue Bäume für den Stadtwald Halle. Mit dabei: Anett Grey, EDEKA-Spartenleitung Regionalität (links), und EDEKA-Kauffrau Saskia Renner. Quelle: MaM/Kerstin Eschke

Grundlage für den langfristigen ökonomischen Erfolg ist ein bereits seit 100 Jahren währender Generationenvertrag

Mehrdimensionale Strategie flexibel umgesetzt

»Produkte«, »Mitarbeiter«, »Umwelt«, »Region« und »Gesellschaft« – diese fünf Verantwortungsdimensionen hat der Unternehmensverbund der EDEKA Minden-Hannover bereits im Jahr 2011 für sich definiert. Für die einzelnen Dimensionen wurden in der »Agenda 2025« langfristige Nachhaltigkeitsziele entwickelt (siehe Überblick im Unternehmensbericht Seite 85). Diese werden über verschiedene Unterziele noch weiter konkretisiert. Sie berücksichtigen relevante Herausforderungen wie den Klimawandel, den demografischen Wandel, die Herausforderung der stetigen Verknappung natürlicher Ressourcen sowie zentrale Fragestellungen rund um die Themenkomplexe »Mitarbeiter« und »Gesundheit«. Um die Zielsetzungen erfolgreich voranzutreiben, werden Geschäftspartner, Mitarbeiter sowie die Verbraucher als aktiv am Prozess Beteiligte verstanden und, wo dies möglich und sinnvoll ist, in die Maßnahmen integriert. Zum schrittweisen Erreichen der kurz-, mittel- und langfristig gesteckten Nachhaltigkeitsziele werden zudem jedes Jahr Meilensteine festgelegt. Die einzelnen Etappen stets vor Augen wird so sichergestellt, dass im Falle von Kursabweichungen rechtzeitig und flexibel justiert werden kann. Passend dazu wurden bereits Anfang 2019 die neuen, langfristig angelegten Nachhaltigkeitsziele seitens des Vorstands der EDEKA Minden-Hannover an alle Mitarbeiter kommuniziert.

Ein Herz für nachhaltiges Handeln im Rahmen unserer »Agenda 2025«.

Zielvorgaben der Vereinten Nationen integriert

Die seitens der Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs) liefern einen zusätzlichen Handlungsrahmen. Im Zuge diverser Workshops haben die Fachbereiche der EDEKA Minden-Hannover gemeinsam mit dem für die Steuerung der Nachhaltigkeitsstrategie verantwortlichen Team die SDGs analysiert. Dabei wurde hinterfragt, für welche der insgesamt 17 SDGs der Unternehmensverbund einen effektiven und messbaren Beitrag leisten kann, beispielsweise durch veränderte Sortimentsgestaltung oder einen immer bewussteren Einsatz endlicher Ressourcen sowie im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Die EDEKA Minden-Hannover hat sechs SDGs für sich identifiziert und ausgewählt (siehe Tabelle im Unternehmensbericht auf Seite 87). Sie wurden bei der Entwicklung der bis 2025 festgelegten Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt.

Nachhaltigkeitsmanagement – Verantwortung ist Teamsache

Welche Bedeutung dem Thema »Nachhaltigkeit« bei der EDEKA Minden-Hannover beigemessen wird, spiegelt sich in der Tatsache wider, dass dieses auf oberster Managementebene angesiedelt ist. Die strategische Ausrichtung gibt der geschäftsführende Vorstand vor. Unterstützt wird dieser im operativen Geschäft durch die jeweiligen Geschäftsbereichsleiter und Geschäftsführer. Konkrete Maßnahmen wiederum setzen Teams der einzelnen Geschäftsbereiche um – auch in bereichsübergreifender Zusammenarbeit. Im Zuge des Planungsprozesses berichten die verantwortlichen Geschäftsbereichsleiter und Geschäftsführer dem geschäftsführenden Vorstand kontinuierlich über die Umsetzung der »Agenda 2025«.

Das seit Herbst vergangenen Jahres im Bereich Vertrieb angesiedelte Nachhaltigkeitsteam begleitet die einzelnen Fachbereiche bei ihren Aktivitäten. Gleichzeitig koordiniert es die integrierte Nachhaltigkeitsstrategie sowie deren interne und externe Kommunikation.

Unsere Verantwortungdimensionen

»Umwelt«

  • Reduzierung der CO2-Emissionen
  • Förderung von Grünstrom
  • Fahrradfreundliche und begrünte Märkte

»Region«

  • Intensivierte Kommunikation zu Partnerschaften mit regionalen Lieferanten und landwirtschaftlichen Betrieben in den Märkten

»Gesellschaft«

  • Unterstützung sozialer und ökologischer Projekte
  • Ausweitung des Engagements gegen Lebensmittelverschwendung

»PRODUKTE«

  • Verstärkte Kommunikation zu WWF- und Bio-Artikeln
  • Umsetzung des nachhaltigen Einzelhandelskonzepts
  • Höherer Anteil »unverpackter« Waren

»MITARBEITER«

  • Intensivierte Mitarbeiter-Kommunikation
  • Umfassende Qualifizierungsund Entwicklungsperspektiven
  • Zielgenaue Gesundheitsangebote

Seit im Jahr 2019 ein Nachhaltigkeitszirkel ins Leben gerufen wurde, hat sich der Dialog zwischen den Fachbereichen weiter intensiviert. Die Teilnehmer tauschen sich in regelmäßigen Treffen über ihre Projekte, deren Status bzw. den jeweiligen Grad der Zielerreichung aus und erarbeiten weitere Konzepte und neue Projektideen. Für gewöhnlich liegen das Erreichen der Ziele sowie die dafür notwendigen Maßnahmen in gemeinschaftlicher Verantwortung mehrerer Abteilungen. Weitere Teams kommen bei Bedarf hinzu und unterstützen flexibel. Mit dem laufenden Geschäftsjahr fungieren die Mitglieder des Nachhaltigkeitszirkels auch als Nachhaltigkeitsbotschafter in ihren jeweiligen Abteilungen. Auf diese Weise wird das aktuelle Jahresmotto »Wir & Jetzt – Wir für eine bessere Zukunft & jetzt mit vereinter Kraft« noch gezielter vorangetrieben.

Während an sämtlichen Verantwortungsdimensionen fortwährend gearbeitet wird, werden 2021 im Rahmen des Jahresmottos drei konkrete Schwerpunkte, die Verantwortungsdimensionen »Umwelt«, »Produkte« und »Region«, noch intensiver bearbeitet.

Fünf Verantwortungsdimensionen und Ziele im Überblick

Sie sind die Säulen der integrierten Nachhaltigkeitsstrategie der EDEKA Minden-Hannover. Auf ihnen fußen sämtliche Aktivitäten für verantwortungsvollen Handel. Die entsprechende Tabelle finden Sie im Unternehmensbericht auf Seite 85.

Wir nutzen die Kraft der Sonne als erneuerbare Energiequelle für unsere Märkte.

Verantwortungsdimension »Umwelt«

Die EDEKA Minden-Hannover stellt sich in diesem Rahmen den vielfältigen Herausforderungen in Sachen Klima- und Ressourcenschutz. Das bis 2025 definierte Ziel hinsichtlich ihrer CO2-Emissionen lautet: Reduktion des Treibhausgasausstoßes um 70 Prozent (im Vergleich zum Basisjahr 2011). Um dieses Ziel zu erreichen, steht die Absenkung des Energieverbrauchs im Verbund bzw. die stetig optimierte Energieeffizienz in den Märkten, den Großhandels-, Produktions- und Logistik-Standorten weiter im Mittelpunkt. Hier kommen beispielsweise Maßnahmen wie der Einsatz von Kühlmitteln mit dem natürlichen Kältemittel CO2, die Beleuchtung über energiesparende LED-Technologie oder die Ausstattung der Märkte mit Photovoltaik-Anlagen zum Tragen.

Märkte werden mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet
Beleuchtung erfolgt über energiesparende LED-Technologie

Diese Maßnahmen wurden in 2020 um die stufenweise Einführung von nachhaltiger Energie aus Wasserkraft ergänzt. So wurde zunächst für die Bereiche Logistik, Produktion und Verwaltung Ökostrom beschafft, was einem Anteil von 41 Prozent des gesamten elektrischen Energiebedarfs darstellt.

2020 hat die EDEKA Minden-Hannover ihr Ziel, den CO2-Ausstoß im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu reduzieren, nicht ganz erreicht (Angaben zu den THG-Emissionen siehe Unternehmensbericht Seite 86). Seit dem zurückliegenden Geschäftsjahr decken aber alle Großhandels- und Produktionsstandorte ihren Strombedarf durch erneuerbare Energien (siehe »Dienstleistungen«). 2021 erhalten alle verbleibenden Geschäftsbereiche Ökostrom, um den elektrischen Energiebedarf CO2-neutral zu stellen. Damit wird das gesetzte Ziel der CO2-Einsparung für 2025 voraussichtlich bereits im Jahr 2021 erreicht. Informationen zum Energieverbrauch finden Sie im Unternehmensbericht auf Seite 86.

Verantwortungsdimension »Region«

Lokal wie regional angebaute und produzierte Lebensmittel gehören zu den wesentlichen Sortimentsbausteinen sämtlicher Einzelhandelsstandorte im Absatzgebiet. Das Motto »Bestes aus unserer Region« bildet die operative Klammer für vertrauensvolle und langjährige Partnerschaften mit landwirtschaftlichen und verarbeitenden Betrieben unter anderem aus einem Umkreis von nicht mehr als 30 Kilometern um die jeweiligen Märkte. Zum Jahresende führte die EDEKA Minden-Hannover heimische Produkte von über 1.300 lokalen und regionalen Erzeugern in ihren Regalen. Während die Umwelt von kurzen Lieferwegen profitiert, stärkt die regionale Nachfrage den Wirtschaftskreislauf vor Ort. Arbeitsplätze werden gesichert und die Kaufkraft wird gestärkt. Darüber hinaus forciert die EDEKA Minden-Hannover ihr Angebot an nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Im Jahr 2020 steigerte sie den Umsatz mit Bio-Artikeln im Vergleich zu 2019 um 30,2 Prozent auf insgesamt 497,9 Millionen Euro. Und so ist es kein Zufall, dass bis Ende 2025 die Umsatzmarke für Bio-Artikel von einer Milliarde Euro geknackt werden soll.

Bio-Verbandsware und Bio-Eigenmarken sind wichtige Sortimentsbausteine.

Das Umsatzziel von mindestens 430 Millionen Euro für Lebensmittel aus kontrolliert ökologischem Anbau wurde 2020 durch folgende Maßnahmen erreicht:

  • Information der EDEKA-Kaufleute und Unterstützung bei der Vermittlung des Themas »Biologischer Anbau« hinsichtlich der Relevanz von Bio-Produkten
  • Erweiterung des Bio-Sortiments in der Drogerie, beispielsweise durch Einführung der neuen Eigenmarke »EDEKA Bio-Babynahrung« in Demeter-Qualität
  • Erweiterung des Bio-Sortiments, beispielsweise durch Einführung neuer »EDEKA Bio«-Eigenmarkenartikel in der Fleisch-Bedientheke sowie Ausbau des Demeter-Sortiments
  • Steigerung der Anzahl an EDEKA-Märkten mit Bio-Zertifizierung durch gezielte Subventionierung der Zertifizierung
  • Intensivierung der Zusammenarbeit mit Verbänden (z.B. Demeter) und Landwirten

Verantwortungsdimension »Produkte«

Bärenstark: EDEKA und der WWF sind strategische Partner für mehr Nachhaltigkeit.

Hier werden sämtliche Themen gebündelt, die – bezogen auf das Sortiment – den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen entlang der Lieferkette behandeln. Dies gilt sowohl für Deutschland als auch für weltweite Aktivitäten. Faktoren wie der Einkauf zertifizierter Ware zählen dazu. Hier orientiert sich das Team unter anderem am eigens dafür entwickelten Handbuch der Hamburger EDEKA-Zentrale. Hinzu kommt das vertriebsseitige Vorhalten unverpackter Produkte sowie von Mehrweg-Lösungen für die EDEKA-Kunden in den Märkten sowie Lösungen im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung, z.B. »Liebe²«-Chutneys aus nicht mehr verkaufsfähigem, aber noch bedenkenlos verzehrfähigem Obst und Gemüse. Zudem beinhaltet diese Verantwortungsdimension sämtliche Aspekte zur Bereitstellung der Waren im Einzelhandel, den damit verbundenen Serviceleistungen sowie Verbraucherinformationen zu nachhaltigeren Produkten und deren Entsorgung. Im Fokus bis 2025 steht dabei die Umsetzung des Einzelhandelskonzepts von EDEKA und dem WWF in 80 Prozent aller Märkte des Absatzgebietes.

2020 sollte das Marktkonzept finalisiert werden und in zehn Testmärkten Anwendung finden. Die anhaltende Corona-Pandemie verzögerte die Umsetzung der Maßnahmen. Im Fokus für die Märkte stand vergangenes Jahr, die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln unter den verschärften Bedingungen jederzeit sicherzustellen. Der aktive Austausch mit dem WWF wurde parallel dazu weiterhin gepflegt, sodass die Finalisierung des Konzepts seitens der EDEKA Minden-Hannover erreicht wurde. Ausstehend ist unter anderem noch die Bewertung des ökologischen Nutzens je Maßnahme, der vom WWF eingeschätzt wird, um den größtmöglichen nachhaltigen Nutzen zu erzielen.

Der erste Entwurf des Maßnahmenkatalogs hat aufgrund der genannten Bedingungen im Geschäftsjahr 2020 Anwendung in einem Testmarkt gefunden. Anfang 2021 folgten weitere Testmärkte. Auf Basis dieser Ergebnisse wird die Arbeitsgruppe den Maßnahmenkatalog ergänzen und ab dem 2. Quartal 2021 mit dem Rollout des Konzepts in 50 Märkten beginnen.

Im Fokus bis 2025 steht dabei die Umsetzung des Einzelhandelskonzepts von EDEKA und dem WWF in 80 Prozent aller Märkte des Absatzgebietes.

Verantwortungsdimension »Mitarbeiter«

Ausgeprägte Mitarbeiterorientierung macht uns zur attraktiven Arbeitgebermarke.

Basis des Unternehmenserfolgs sind und bleiben stets die Mitarbeiter. Mit ihrem Wissen und ihrer Leistungsbereitschaft sichern sie die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Verbunds. Zu den wesentlichen Handlungsfeldern dieser Dimension gehören deshalb sehr gute Arbeitsbedingungen, umfassende Qualifizierungs- und Entwicklungsperspektiven, zielgenaue Gesundheitsangebote sowie gute Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Sie tragen in ihrem Zusammenwirken dazu bei, dauerhaft eine zeitgemäße und motivierende Unternehmenskultur zu etablieren, damit die EDEKA Minden-Hannover die attraktive Arbeitgebermarke bleibt, die sie heute bereits ist. Deshalb beschäftigt sich der Verbund auch intensiv mit dem Thema, der familienfreundlichste Lebensmittelhändler innerhalb der Region zu sein und will dafür bis 2025 weitere entscheidende Weichen stellen. Die Corona-Pandemie machte es 2020 nicht möglich, eine übergreifende Projektgruppe sowie einen Lenkungsausschuss zu gründen, um die individuellen Ziele und Maßnahmen in den einzelnen Geschäftsbereichen zu definieren und zu verwalten. Es erfolgte jedoch eine Ableitung von Ansatzpunkten aus Interviews mit den Geschäftsbereichsleitern. Die Feinkonzeptionierung befindet sich bereits in Arbeit. Ziel für 2021 ist es, drei daraus resultierende Teilprojekte umzusetzen.

Wesentliche Handlungsfelder

Konkret heißt das:

  • eine Kommunikationskampagne zu starten, die systematisch über bereits bestehende familienfreundliche Maßnahmen informiert und zu deren Nutzung anregt. Ziel ist es, dass alle Mitarbeiter wissen, welche Angebote es gibt.
  • die für die Teams in den Regie-Märkten bereits bestehenden Angebote ebenfalls dem selbstständigen EDEKA-Einzelhandel anzubieten.
  • die bereits bestehenden und etablierten Gesundheitszirkel um das Thema »Vereinbarkeit« zu erweitern, um standortspezifische, individuelle Maßnahmen zu ermöglichen.

Verantwortungsdimension »Gesellschaft«

Gründungsort der EDEKA Minden eG.

Als aktive Mitglieder einer genossenschaftlich organisierten Gemeinschaft engagiert sich die Einzelhandelsebene der EDEKA Minden-Hannover – von den selbstständigen Kaufleuten bis zu den Marktleitungen und -teams – Tag für Tag in sozialer und ökologischer Hinsicht in ihren Städten und Gemeinden. Die gemeinnützige Stiftung des Unternehmensverbunds übernimmt auf Großhandelsebene Verantwortung für das gesellschaftliche Gemeinwohl. Der intensive Austausch mit den EDEKA-Kaufleuten, den Kunden, den Mitarbeitern und Gesellschaftern des Verbunds sowie weiteren Anspruchsgruppen rundet das komplexe Beziehungsgeflecht ab. Auch dessen Ausbau ist ein zentraler Baustein dieser Verantwortungsdimension.

Ziel bis 2025 ist es, dass jeder Markt jeweils ein soziales und/oder ökologisches Projekt unterstützt, z.B. die Anlage von Gemüsebeeten in Kindergärten oder die Teilnahme an der Baum-Pflanz-Karte (siehe »Einzelhandel«). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zur Stärkung und weiteren Systematisierung bestehender Initiativen in den Märkten bereits Kriterien für soziale und ökologische Projekte definiert. Hierbei steht im Fokus, das individuelle Engagement des Einzelhandels zu evaluieren, um aus den Ergebnissen weitere geeignete Maßnahmen abzuleiten.

Retter-Becher-Aktion für den Erhalt des Kirchturms der Marienkirche.

Gemeinsam für unsere Gesellschaft

Es gehört zum Wesen der genossenschaftlich organisierten EDEKA Minden-Hannover, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich kontinuierlich für ein funktionierendes Sozialgefüge stark zu machen. Das Gemeinwohl ist fest in den Unternehmenswerten verankert. Im Rahmen des 100. Jubiläums der EDEKA Minden eG spendete die EDEKA Minden-Hannover insgesamt eine Millionen Euro: 800.000 Euro an die Stadt Minden zur Förderung der Digitalisierung der Mindener Schulen sowie weitere 200.000 Euro an den Bauverein St. Marienkirche Minden e.V. für den Erhalt ihres Kirchturms.

Vertrauensvoller Dialog mit Anspruchsgruppen

Handeln von Mensch zu Mensch – immer im Dialog mit unseren Anspruchsgruppen.

Für die EDEKA Minden-Hannover stellt die Pflege eines konstruktiven Dialogs mit einer Vielzahl verschiedener Anspruchsgruppen ein essenziell wichtiges Anliegen dar. Basierend auf einer Anspruchsgruppenmatrix hat der genossenschaftlich organisierte Unternehmensverbund die vier wichtigsten Gruppen bereits 2012 für sich identifiziert. Neben den selbstständigen EDEKA-Kaufleuten der Region zählen sowohl die Verbraucher als auch sämtliche Mitarbeiter der im Verbund aktiven Betriebe und Tochtergesellschaften sowie Gesellschafter wie die Hamburger EDEKA ZENTRALE Stiftung & Co. KG dazu.

Ein stetiger und vertrauensvoller Austausch mit langjährigen Geschäftspartnern und Lieferanten

Darüber hinaus prägt der stetige und vertrauensvolle Austausch mit zumeist langjährigen Geschäftspartnern und Lieferanten das Tagesgeschäft. Dies gilt gleichermaßen für den kontinuierlichen Dialog, den die EDEKA Minden-Hannover zur (Bundes-, Landes- und Kommunal-) Politik, zu Verbraucher- und Wirtschaftsverbänden, karitativen Institutionen und Nichtregierungsorganisationen sowie weiteren Anspruchsgruppen pflegt. (siehe Anspruchsgruppen-Tabelle sowie Übersicht zu Mitgliedschaften und Kooperationen im Unternehmensbericht auf Seite 88 f.)

Eine wegweisende Partnerschaft für die gesamte Branche

Bio und vegan bleiben im Trend und sind bei unseren Kunden eine angesagte Kombination.

Die strategische Partnerschaft zwischen EDEKA und der unabhängigen Umweltschutzorganisation WWF setzt seit über zehn Jahren Maßstäbe und positive Impulse in der deutschen Handelslandschaft. Das gemeinsame Ziel ist klar definiert: Schritt für Schritt werden Sortimente und Lieferketten umweltverträglicher gestaltet und so der ökologische Fußabdruck des bundesweit aktiven EDEKA-Verbunds verkleinert. Die langfristig angelegte Kooperation umfasst mittlerweile acht Handlungsschwerpunkte und wird von der EDEKA ZENTRALE Stiftung & Co. KG koordiniert. Die EDEKA Minden-Hannover unterstützt die Maßnahmen und kommuniziert u.a. die Partnerschaft mit dem WWF an ihre Kunden (siehe Tabelle im Unternehmensbericht Seite 90).

Am Ende des Berichtsjahres trugen mehr als 400 umweltverträglich hergestellte EDEKA-Eigenmarkenartikel das Panda-Logo des WWF. Es liefert den EDEKA-Kunden wertvolle Orientierungshilfen, damit sie ihre Einkäufe immer nachhaltiger gestalten und somit verantwortungsvoll konsumieren können. Die EDEKA Minden-Hannover stärkt das Verbraucherbewusstsein ihrerseits, indem sie zum Beispiel anhand von Infoständen in den Märkten des Geschäftsgebiets regelmäßig über die Zusammenarbeit zwischen EDEKA und dem WWF informiert. Darüber hinaus forciert sie die gemeinsamen Zielsetzungen über kontinuierliche Zusammenarbeit in verschiedenen Projekten.

Schritt für Schritt den ökologischen Fußabdruck verkleinern

Die EDEKA Minden-Hannover Stiftung

Blühende Aussichten: Unsere gemeinnützige Stiftung unterstützt viele Initiativen.

Zweck der autark agierenden gemeinnützigen Stiftung privaten Rechts ist es, Menschen zu unterstützen, die aufgrund ihres individuellen körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf Hilfe angewiesen sind. Hinzu kommen Hilfeleistungen für Einzelpersonen, die infolge unverschuldeter Unglücksfälle in eine wirtschaftliche Notlage gerieten. Zugleich fördert die Stiftung seit ihrer Gründung im Jahr 1995 andere gemeinnützige Einrichtungen.

Stiftungskapital für gemeinnützige Arbeit verdoppelt

Die im gesamten Geschäftsgebiet der EDEKA Minden-Hannover aktive Stiftung verfügt seit 2020 dauerhaft über ein Stiftungskapital von zwei Millionen Euro. Anlässlich des 100. Jubiläums wurde das Kapital verdoppelt. So stiegen im Jubiläumsjahr auch die finanziellen Mittel, die jährlich aus dessen Verzinsung für soziale Zwecke zur Verfügung stehen, auf nunmehr 100.000 Euro. Dank regelmäßiger Geldspenden wird dieser Betrag noch einmal erhöht. So geben zahlreiche Mitarbeiter der EDEKA Minden-Hannover über die sogenannte »Cent-Spende« Monat für Monat den Betrag rechts des Kommas ihrer Gehaltsabrechnung weiter. 2020 kamen allein auf diese Weise rund 6.309 Euro hinzu. Vergangenes Jahr schüttete die Stiftung insgesamt 128.900 Euro für karitative Zwecke aus.

Neues Botschafterkonzept ging in die Umsetzung

Das bereits 2019 von der Stiftung entwickelte Botschafterkonzept kam im zurückliegenden Geschäftsjahr erstmals erfolgreich zur Umsetzung. Dabei bauen Botschaftertandems Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen im Geschäftsgebiet auf. Die Tandems setzen sich aus selbstständigen Kaufleuten und der Leitung einer der sechs Vertriebsregionen (Nordwest, West, Mitte, Sachsen-Anhalt, Berlin sowie Brandenburg) zusammen. Gemeinsam halten sie den Kontakt zu ausgewählten Einrichtungen aus dem jeweiligen Vertriebsgebiet und pflegen die Zusammenarbeit. Ganz im Sinne der Stiftungsarbeit profitieren auch Privatpersonen von dem neuen Botschafterkonzept. Den Botschaftertandems werden zu Beginn ihrer 15-monatigen Amtszeit von der Stiftung jeweils 5.000 Euro Startkapital zur Verfügung gestellt, das durch Eigeninitiative der Botschafter aufgestockt werden kann. 2020 erfolgte eine Aufstockung um insgesamt 10.343,92 Euro, sodass zusammen mit den Stiftungsmitteln 40.343,92 Euro vergeben werden konnten. Im März dieses Jahres wurde bereits die zweite Amtsperiode mit neuen Botschaftern eingeläutet.

Eine ausführliche Beschreibung der Tätigkeiten befindet sich im jährlich erscheinenden Tätigkeitsbericht der gemeinnützigen Stiftung der EDEKA Minden-Hannover.

Das von der Stiftung entwickelte Botschafterkonzept kam erfolgreich zur Umsetzung
Weiterhin lecker: Mit Liebe2 landen extrareife Früchtchen im Glas, nicht in der Tonne.

» Wir fragen. Experten antworten. – Zusammenarbeit mit Tafeln eine Herzensangelegenheit «

Bettina Stolt, Gruppenleitung Koordination Nachhaltigkeit im Gespräch:

»Wir engagieren uns auf vielfältige Weise, um überschüssige Lebensmittel im Handel auf ein Minimum zu reduzieren – sei es durch moderne Warenwirtschaftssysteme, die den Warenfluss optimieren und dazu beitragen, ein Überangebot von vorne herein zu vermeiden. Aber auch durch Verkaufsaktionen mit Preisnachlass für Artikel kurz vor dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums. Lebensmittel, die nicht mehr für den Verkauf geeignet sind, aber noch bedenkenlos verzehrt werden können, werden gespendet. In erster Linie an die lokalen Tafelorganisationen.«
»Für mich ist die Zusammenarbeit mit den lokalen Tafeln eine Herzensangelegenheit. Die Tafeln erfüllen mit der Versorgung bedürftiger Menschen eine ganz wichtige Aufgabe, die wir sehr gerne unterstützen. Vergangenes Jahr konnten wir Lebensmittel im Gesamtwert von rund 1.482.362 Euro übergeben. Dabei ist unsere jährliche, gemeinsam mit den Kunden durchgeführte Aktion ›Kauf eins mehr!‹ hervorzuheben, bei der ebenfalls immer viele Lebensmittelspenden für die Tafelorganisationen zusammenkommen.«
»Ja, seit 2018 setzen wir in einigen Märkten unseres Absatzgebietes das Projekt ›Liebe 2‹ erfolgreich um. So geben wir extrareifen Früchten ein zweites Leben – als Chutney. In einigen der Märkte gibt es zudem ›Zu schade für die Tonne‹-Regale, aus denen sich unsere Kunden kostenlos Lebensmittel mitnehmen können, die sonst in der Abfalltonne gelandet wären.«