Gesellschaft

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Karl Preuß GmbH & Co.

1990 gegründet, ist die Firma Karl Preuß GmbH & Co. größter selbständiger Einzelhändler der EDEKA Minden-Hannover. Unter dem Namen »WEZ« (Weser-Einkaufs-Zentrum) betreibt das Unternehmen 22 Supermärkte im Kreis Minden- Lübbecke sowie in den angrenzenden Gebieten. Als geschäftsführender Gesellschafter führt Karl Stefan Preuß zusammen mit Geschäftsführer Rüdiger Heß die Märkte in vierter Generation. Etwa 1.500 Mitarbeiter arbeiten und leben nach dem Leitbild der WEZ-Gruppe: Sie übernehmen Verantwortung für die Produkte, für soziale, kulturelle und ökologische Bereiche. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Minden integriert das Unternehmen Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt.

Wirtschaftliche Interessen und wahrhaftiges Interesse am Wohl der Menschen sind für mich untrennbar miteinander verbunden.

Karl Stefan Preuß

Ein Menschenfreund handelt

»Als Schulkind«, erzählt Karl Stefan Preuß, »hat es mich immer genervt, wenn die Schwächeren als letztes in die Fußballmannschaft gewählt wurden«. Ob er bereits damals seine soziale Ader entdeckte – schwer zu sagen. Fest steht: Heute, viele Jahre später, bzieht sich sein Engagement für benachteiligte Menschen wie ein roter Faden durch das Leben des erfolgreichen EDEKA-Kaufmanns.

Seit über zehn Jahren arbeiten sein Unternehmen, die Karl Preuß GmbH & Co., und die Lebenshilfe Minden eng zusammen, wenn es darum geht, Menschen mit bBehinderung den Zugang zum 1. Arbeitsmarkt zu ermöglichen. »Sie gehören in die Mitte unserer Gesellschaft «, daran besteht für Karl Stefan Preuß kein Zweifel.

2017 war das Jubiläumsjahr der Kooperationspartner und ihres komplexen Inklusionsprojektes. Gemeinsam haben es sich Karl Stefan Preuß und das Lebenshilfe- Team zur Aufgabe gemacht, Schützlingen des Vereins in den WEZ-Supermärkten des Unternehmers sichere Arbeitsplätze anzubieten. Dazu wurde mit der Lebenshilfe Arbeit GmbH eigens eine Personalüberlassungsgesellschaft gegründet. Hier erhalten die für einen Job im Lebensmittelhandel geeigneten Kandidaten ihre Anstellungsverträge. Bezahlt wird übertariflich. Das ist Firmenstandard bei Preuß.

»Unser Ziel ist es, pro WEZ-Markt eine Kollegin oder einen Kollegen mit Handicap einzustellen und dauerhaft bei uns zu integrieren«, berichtet er. Dass dies angesichts der großen Dynamik im Tagesgeschäft nicht immer einfach ist, weiß er sehr wohl: »Nicht zuletzt dank des Einsatzes unserer Paten vor Ort gelingt uns das mittlerweile in 15 unserer 22 Standorte!«

Am Ende des Tages profitieren alle Beteiligten von dem Modell: Die neuen Mitarbeiter lernen, sich in der Praxis zu behaupten und stärken ihr Selbstbewusstsein. »Die Zusammenarbeit unterschiedlich begabter Menschen fördert zudem das Verständnis füreinander und übt einen positiven Effekt auf das gesamte Team eines Marktes aus«, erläutert Karl Stefan Preuß.

Eigenverantwortung und ein gutes Arbeitsklima sind auch Basis für den persönlichen Erfolg.
Das persönliche Gespräch und ein Miteinander auf Augenhöhe lebt der selbstständige Kaufmann Karl Stefan Preuß mit seinem Team vor.
Die EDEKA Minden-Hannover unterstützt mich bei meinem sozialen Engagement.

Karl Stefan Preuß

Bei WEZ wird kein Unterschied zwischen den Menschen gemacht. Hier sind alle gleich und arbeiten zusammen für den gemeinsamen Erfolg.

Christian Frenzel

»Ein starkes Stück EDEKA«

Der 58-Jährige lenkt das Familienunternehmen, das im Jahr 1900 gegründet wurde, am Firmensitz in der ­Mindener Viktoriastraße seit mehr als zwei Jahrzehnten als geschäftsführender Gesellschafter in vierter Generation. Bereits eng in die unternehmerischen Entscheidungen einbezogen ist seine Tochter Karlotta Preuß.

»Nach dem Abi wollte ich zunächst im Kulturbereich mein berufliches Glück suchen«, so der Vater zweier erwachsener Kinder , »dann habe ich Volkswirtschaftslehre studiert. Die Verbindung zu den Geisteswissenschaften bewahre ich mir aber noch immer gern«.

Faktisch ist die Karl Preuß GmbH & Co. heute mit ihren etwa 1.500 Mitarbeitern der größte selbstständige Einzelhändler innerhalb der EDEKA Minden-Hannover sowie im bundesweit agierenden EDEKA-Verbund.

Mit seinen WEZ-Supermärkten im Kreis Minden-­Lübbecke sowie den daran angrenzenden Gebieten erwirtschaftete das Handelshaus 2017 ein Umsatzvolumen von insgesamt 225 Millionen Euro. »WEZ«, das steht für »Weser-Einkaufs-Zentrum«. Die historisch gewachsene Marke feierte 2016 ihren 40. Geburtstag.

Karl Stefan Preuß sucht den Kontakt mit allen Mitarbeitern und bezieht sie in sein Anliegen ein.

Lebenshilfe

In Zusammenarbeit mit Vereinen, wie beispielsweise der Diakonie, der Lebenshilfe oder den Salzlandwerkstätten integriert die EDEKA Minden-Hannover Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt. Zunächst wird durch ein dreimonatiges Praktikum im Markt geprüft, ob der Mitarbeiter in der Lage ist, den Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes gerecht zu werden. Nach erfolgreich absolviertem Praktikum wird sein Arbeitsplatz im zweiten Schritt von der Werkstatt in den Markt ausgelagert. Die dritte Stufe beinhaltet den Übergang aus der Werkstatt in den ersten Arbeitsmarkt und somit die Anstellung im Markt. Dass Integration gelingen kann, zeigen die Beispiele erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem EDEKA-Center in Salzgitter-Bad, welches einer 20-Jährigen mit Down-Syndrom die Möglichkeit für ein dreimonatiges Praktikum gibt sowie das EDEKA-Center Zerbst, welches drei Menschen mit Behinderung nach erfolgreich absolviertem Praktikum übernehmen konnte.

Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt. Daher ist es für mich als Unternehmer keine Frage, dass wir behinderte Menschen in unser Team integrieren

Karl Stefan Preuß

Unser Ziel ist es, pro WEZ-Markt eine Kollegin oder einen Kollegen mit Handicap einzustellen und dauerhaft bei uns zu integrieren.

Karl Stefan Preuß

Die erfolgreiche Integration von Menschen mit Handicap in jedem WEZ-Markt ist für Karl Stefan Preuß Leitbild und Herzensangelegenheit

Unternehmertum als Geisteshaltung

Für Karl Stefan Preuß lässt sich erfolgreiches Unternehmertum aber nicht allein auf betriebswirtschaftliche Dimensionen reduzieren. Es sei zugleich eine Geisteshaltung, sagt er: »Wir sind eine Gemeinschaft, die mit Achtsamkeit, Respekt und Zuneigung für Menschen, Umwelt und Lebensmittel … arbeitet.« So definiert es der Kaufmann in seinem Unternehmensleitbild und projiziert diese Haltung auch auf seine persönliche Rolle in der Gesellschaft.

Jedes Jahr fließen 10 Prozent des Betriebsergebnisses seiner WEZ-Gruppe in soziale und kulturelle regionale Projekte. Die Initiative »Bildungspartner Minden« ist ein weiteres Beispiel dafür. 2008 hat Preuß sie an der Seite des Mindener Unternehmers Stephan Richtzenhain und Hans-Jürgen Weber, Geschäftsführer des DRK Kreisverbands Minden e.V., ins Leben gerufen.
Dahinter steckt die Idee, mehr Bildungsgerechtigkeit für aktuell über 1.000 sozial benachteiligte Kinder zu schaffen. Die Initiative – ausgezeichnet mit dem »Deutschen Bürgerpreis 2011« – organisiert Schulverpflegung und Nachmittagsbetreuung für den Nachwuchs, übernimmt Kursgebühren, sorgt für Sprachförderung oder ermöglicht ihnen die Teilnahme an Klassenfahrten.

»Was mich freut«, sagt Karl Stefan Preuß, »ist die Tatsache, dass sich mit diesem Konzept auch Schnittmengen zur Arbeit der EDEKA Minden-Hannover Stiftung ergeben«. Preuß ist Mitglied im Kuratorium der gemeinnützigen Stiftung.

Wir sind eine Gemeinschaft, die mit Achtsamkeit, Respekt und Zuneigung für Menschen, Umwelt und Lebens­mittel … arbeitet.

Karl Stefan Preuß

Imagegewinn? Kein Problem!

»Wirtschaftliche Interessen und wahrhaftiges Interesse am Wohl der Menschen sind für mich untrennbar miteinander verbunden.« Nach dieser Prämisse handelt Karl Stefan Preuß und fügt unternehmerische und soziale Facetten zu einem verantwortungsbewussten Gesamtbild zusammen. Wie gut dies funktionieren kann, belegt einmal mehr seine Partnerschaft mit der Lebenshilfe Minden e.V.

»Mir geht das Herz auf, wenn ich beobachte, mit welcher Motivation sich die Teammitglieder an die Arbeit machen«, so der Firmenchef. Auch die Kunden reagieren positiv auf dieses inklusive Beschäftigungsmodell – ein Imagegewinn für sein Unternehmen. »Dazu stehe ich. Wichtig ist: Das Prinzip dahinter muss verbindlich und glaubwürdig sein!«